Rest in Peace, Tamina
Gestern Abend erhielt ich einen Anruf aus der Klinik. Tamina hätte gekrampft und wäre umgekippt. Davor hatte ich Angst, dass ein Anruf kommt und mir nichts anderes übrig bleibt, als sie gehen zu lassen. Ich wollte sie nicht weiter leiden. Hätte es nicht so weitergehen können, wie bisher? Sie hat sich so gut gemacht und war so tapfer.
Ich musste jemanden finden, der mit mir dort hinfährt. Talia's Freund, René hat sich angeboten. Ich bin den beiden sehr dankbar, vor allem Talia, weil sie die ganze Zeit bei mir war, mich gestärkt hat, in allem, was ich tat.
Der Tierarzt meinte, es wäre das beste, denn sie können nicht Abwegen, dass sie noch einmal krampft, hinfällt oder sogar noch mal einen Schlaganfall bekommt. Vermutlich wäre sie beim nächsten mal einfach tot umgekippt. Ich hätte ihr so viel Leid der letzten Tage ersparen können, hätte ich sie schon am Freitag einschläfern lassen. Ich hasse mich gerade selber so sehr, dass ich es nicht getan habe, aber es lief doch alles bisher besser. Beim Spazieren gehen war sie so aufgeregt, weil sie das Gelände nicht kannte. Sie sah andere Pferde, wieherte sogar leise.
Im Juli waren wir noch auf dem Turnier, wo wir den ersten Platz in Klasse L gemacht haben. Ich war aber auch mit dem vierten Platz im M** zufrieden, weil wir es geschafft haben. Ich bin so stolz auf sie und das wird sich nicht ändern.
Und dann kam der Moment, wo ich mein Einverständnis geben musste. Talia hielt meine Hand fest, als ich Ja sagte. Ich sackte in mich zusammen, Talia hielt mich noch fest. Ich wollte dabei sein, denn ich lasse keines meiner Tiere alleine sterben, auch wenn es für mich hart ist.
Ich flüsterte ihr zu, als sie die Betäubung bekam, dass ich sie für immer lieben werde und ich ihr das Schuldig bin. Sie soll nicht böse auf mich sein. Als es soweit war, sagte ihr zu ihr: "Du hast genug gekämpft, mein Mädchen. Ich liebe Dich so sehr, gleich wirst du Paula wieder sehen. Bitte sage ihr, dass ich sie vermisse und liebe."
Sie ist friedlich in meinem Beisein eingeschlafen und auch jetzt, wo ich das alles schreibe, kann ich meine Tränen nicht zurück halten. Zwei Pferde in nicht mal 12 Monaten zu verlieren, ist hart, aber ich stehe das durch. Es wird lange dauern, bis ich das verkrafte. Ich weiß, dass es richtig war.
Jetzt seid ihr wieder vereint ..
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